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Geballte Ladung Revier - onTour – wir wandern, radeln, reisen..

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Erlebnisreise Ruhrgebiet
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Reisegruppe in der Zeche Zollfrei
Erlebnisreise ins RuhrgebietSchicht im Schacht? Nicht mit uns!
Industriekultur, Geschichte und Natur pur
13. – 17. August

Fünf Tage lang tauschte die Reisegruppe onTour die Oberpfalz gegen das Ruhrgebiet – und erlebte eine bunte Mischung aus Industriekultur, Geschichte, Natur und natürlich jeder Menge guter Laune. Mit Busfahrer Alfred am Steuer (der souverän jede Kurve nahm) und einem bis auf den letzten Platz gefüllten Reisebus, ging es hinein in das sagenumwobene „Revier“. Zwischen Hochöfen und Schrebergärten, Currywurstbuden und Weltkulturerbe entdeckten wir eine Region, die sich immer wieder neu erfindet und dabei ihren ganz eigenen Charme versprüht. Schon beim zünftigen Frühstück unterwegs wurde klar: Diese Tour würde nicht nur informativ, sondern auch ziemlich vergnüglich.
Tag 1 – Fürstäbtissin trifft Oberpfälzer
Erster Halt: Schloss Borbeck in Essen. Ein barockes, geschichtsträchtiges Wasserschloss und dann auch noch mit einer waschechten Verbindung zu Sulzbach: Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach. Als eine Mitarbeiterin des Schlosses das hörte blühte sie richtig auf und wir erfuhren einiges von der vorletzten Fürstäbtissin aus Sulzbach, die fast 50 Jahre regierte. So wurde aus einer Besichtigung eine längere Führung.
Danach ging es weiter ins Hotel Wyndham Duisburger Hof – mitten in der City, 4 Sterne und mitten im Umbau. Manche hatten Klimaanlage, andere Sauna light im Zimmer. Zum Glück gab es am Abend gutes Essen, kalte Getränke und ein freundliches Team, das mit einem Lächeln auch die Hitzewelle erträglich machte. Danach streiften die ersten schon durch die Duisburger Innenstadt, auf der Suche nach einem kühlen „Nass“ und noch kühleren Geschichten.

Tag 2 – Hotte Schibulski, Currywurst und der große Gasometer
Nach dem Frühstück stieg er zu: Stephan Haas auch unter Hotte Schibulski bekannt, Ruhrpott-Original, Gästeführer sowie Comedian und uns wurde gleich klar, die drei Tage werden nicht langweilig. Er führte uns mit seinen flotten Sprüchen im Ruhrpott-Slang, aber auch mit viel Wissen durch Duisburg mit Rathaus sowie dem Innenhafen, der durch den Strukturwandel vom „Brotkorb“ zur schicken Hafenmeile gestaltet wurde. Highlight: Eine Brückensäule, auf der Hotte selbst als Graffiti verewigt war - ist natürlich logisch.

Mittags gab’s die einzig wahre Ruhrpott-Mahlzeit: Currywurst in der letzten legendären Hafenkneipe „Zum Hübi“ in Ruhrort – eine Kneipe wie aus dem Schimanski-Tatort geschnitten. Direkt am Wasser, mit Hafenblick und Wirtshausflair, das noch nicht von Designermöbeln zerstört wurde. Und weil’s so schön passte, führte uns der Weg natürlich auch durch die Horst-Schimanski-Gasse – dort, wo der Kult-Kommissar aus Duisburg-Ruhrort seine Spuren hinterlassen hat. Zwischen Backstein, Kneipen und Hafenromantik fühlte man sich fast wie im Tatort der 80er Jahre.

Am Nachmittag dann Hochkultur im XXL-Format: der Gasometer Oberhausen. Innen: eine gigantische Ausstellung „Planet Ozean“ mit leuchtenden Quallen, tanzenden Sardinenschwärmen und einer Walsimulation, die fast größer war als unser Bus. Oben: ein Panoramablick über das Ruhrgebiet..

Reisegruppe in der Zeche ZollvereinTag 3 – Kohle, Kunst und König-Bier
Was wäre der Ruhrpott ohne Kohle? Richtig – nur halb so spannend. Deshalb ging’s an diesem Tag zur Zeche Zollverein, dem wohl bekanntesten Wahrzeichen des Ruhrgebiets und UNESCO-Welterbe. Schon die Anfahrt war beeindruckend: Fördertürme, rote Backsteinbauten und endlose Stahlgerüste ragten in den Himmel. Die Zeche, 1847 gegründet, entwickelte sich bis 1986 zu einer der größten und leistungsfähigsten Steinkohlenzeche Europas.

Am Ende des Rundgangs standen wir noch einmal vor der gewaltigen Industriearchitektur. Es war ein seltsames Gefühl: Wo einst tausende Tonnen Kohle gefördert wurden, spazieren heute Touristen mit Kamera und Cappuccino-Becher. Ein Symbol dafür, wie sich das Ruhrgebiet immer wieder neu erfindet – und dabei seine Wurzeln nicht vergisst.

Doch der Tag war noch lange nicht zu Ende. Es wartete noch ein weiteres Highlight der besonderen Art: der Tetraeder in Bottrop. Schon von weitem wirkte die fast 60 Meter hohe Stahlkonstruktion wie eine Mischung aus Science-Fiction und moderner Kunst – eine überdimensionale Dreieckspyramide, die auf einer ehemaligen Halde thront.

Tetraeder in BottropDer Aufstieg zur Plattform war bereits ein Erlebnis: luftige Treppen und Gitterroste, durch die man direkt in die Tiefe schauen konnte. Für schwindelfreie ein Abenteuer, für alle anderen eine Lektion in Mut. Wer sich traute, die oberen Ebenen zu erklimmen, wurde mit einem wirklich spektakulären Panorama belohnt. Vor uns lag das ganze Ruhrgebiet wie auf einem Modellbrett: Fördertürme und Fabrikhallen neben grünen Halden, dazwischen Flüsse, Autobahnen, Wohnsiedlungen und moderne Hochhäuser. Man sah nicht nur Industrie, man sah auch, wie viel Grün sich das Revier zurückerobert hat.

Und weil nach so viel Kultur auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen sollte, stand am Abend die König-Brauerei in Duisburg-Beeck auf dem Programm. Schon am Eingang umwehte uns der unverkennbare Duft von Hopfen und Malz.

Unsere Führung begann mit einem Streifzug durch die Geschichte der Brauerei. Seit 1858 wird hier Bier gebraut, und während wir durch Sudhäuser und Abfüllanlagen gingen, konnte man die lange Tradition förmlich riechen. Die Brauereiführerinnen erklärten uns mit Leidenschaft, wie aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe jenes „flüssige Gold“ entsteht, das die Region weit über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Besonders beeindruckend war der Blick auf die modernen Abfüllanlagen.

Natürlich durfte auch die Praxis nicht fehlen: Bei der Verkostung des berühmten König-Pilseners stellten wir fest, dass Theorie allein nicht glücklich macht. Ob frisch gezapft oder aus der Flasche – der feinherbe Geschmack sorgte für ein kollektives „Prost“ und strahlende Gesichter.

Zum krönenden Abschluss erwartete uns ein traditionelles Abendessen in uriger Atmosphäre: Schweinshaxe mit Kartoffelsalat. So gestärkt, füllte sich der Saal schnell mit viel guter Laune und Gelächter und natürlich gab es auch noch weitere Gläsern vom „Hopfensaft“.
Am Ende verließen wir die Brauerei satt, zufrieden und mit der Erkenntnis: Bier ist im Ruhrgebiet nicht nur ein Getränk, sondern eine eigene Kulturform.

Krupp, Villa HügelTag 4 – Krupp, Villa Hügel und Baldeneysee
Jetzt wurde es nobel. Unser Ziel: die legendäre Villa Hügel in Essen, der ehemalige Familiensitz der Krupp-Dynastie.

Die Villa selbst, 1873 erbaut, thront majestätisch über dem Baldeneysee. Mit ihren 399 Räumen und einer Architektur, die mehr Palast als Wohnhaus ist, war sie jahrzehntelang das Symbol für Macht und Reichtum der Industriellenfamilie. Bei der Führung erfuhren wir spannende Geschichten über Alfred Krupp, den „Kanonen-König“, und die späteren Generationen, die mit Waffen, Stahl und nahtlosen Eisenbahn-Radreifen Weltgeschichte schrieben.

Nach so viel Glanz und Geschichte freuten wir uns auf ein Kontrastprogramm: eine Schifffahrt auf dem Baldeneysee. Der größte Ruhrstausee präsentierte sich an diesem Nachmittag von seiner schönsten Seite: glitzerndes Wasser, grüne Hügel und Villen am Ufer.

Tag 5 – Goldene Madonna und Goldener Abschluss
Zum Finale besuchten wir das Essener Stift und den Domschatz. Die Highlights hier die „Goldene Madonna“ (das älteste vollplastische Marienbildnis der Welt) und ein Prunkschwert mit Scheide, das sogar mit Kaiser Otto dem Großen in Verbindung gebracht wird sowie der siebenarmige Leuchter. Geschichte, Kunst und Spiritualität in seltener Dichte – ein würdiger Schlusspunkt.

Dann hieß es Abschied nehmen. Auf der Heimfahrt gab’s Kaffee, Nusszopf und – als Highlight – selbstgemachten Eierlikör von Gertrud und Richard Sperber.

Letzte Einkehr in Geiselwind – und dann zurück in die Oberpfalz. Mit vielen Geschichten im Gepäck, einem Kilo mehr auf den Rippen und dem guten Gefühl: Ruhrgebiet? Das war ganz großes Kino!

Tschö, Glück auf – und bis zum nächsten Mal!




Reisemagazin "Erlebnisreise Ruhrgebiet"
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