Landkreisfahrt 5: Die heiligen Berge im Amberg-Sulzbacher Land
Eine Expedition zu den „heiligen Bergen“ im Amberg-Sulzbacher Land
Kirchen, Geschichten und überraschende Einblicke bei der 5. Landkreisfahrt
Man glaubt, seine Heimat zu kennen – und entdeckt dann doch immer wieder Neues! Bei unserer 5. Landkreisfahrt am 26. September 2026 ging es diesmal hoch hinaus: zu den „heiligen Bergen“ im Amberg-Sulzbacher Land.
Denn auf vielen unserer Berge stehen Kirchen und Wallfahrtsstätten, die wir zwar von den bekannten Bergfesten kennen – aber die Geschichten dahinter kennt längst nicht jeder.
Unterwegs waren wir mit unseren Begleiterinnen Conni Platz und Marianne Moosburger, die uns an den einzelnen Stationen viel Wissenswertes über die Geschichte, die Kirchen und die Wallfahrtstraditionen erzählten. Dabei wurde es nicht nur lehrreich, sondern dank einiger launiger Anekdoten und humorvoller Geschichten auch immer wieder richtig unterhaltsam.
Unsere StationenAnnaberg – Wahrzeichen von Sulzbach-Rosenberg
Unser Weg führte zunächst zum Annaberg in Sulzbach-Rosenberg. Besonders hervorzuheben ist hier das Gnadenbild der Anna Selbdritt, das bereits bei der Peutentalwallfahrt, die urkundlich im Jahr 1374 erwähnt wird, im Mittelpunkt stand.
Beim Blick in die Annabergkirche erfuhren wir, dass auf dem Deckenfresko auch die Maxhütte dargestellt ist. Ein bemerkenswertes Detail, das selbst viele Sulzbacher bisher nicht kannten.
Das alljährliche Annabergfest gehört zu den traditionsreichsten Festen der Stadt und macht den Annaberg jedes Jahr zu einem Treffpunkt für Wallfahrer, Einheimische und Besucher.
Doch damit nicht genug: Gleich unterhalb der Annabergkirche befindet sich die Loretokapelle. Normalerweise bleibt ihre Tür verschlossen, doch für unsere Gruppe öffnete sich an diesem Tag die Gelegenheit, einen Blick hineinzuwerfen.
Besonders sehenswert ist die dort aufgestellte schwarze Madonna mit dem Jesuskind – eine seltene Darstellung, die der kleinen Kapelle eine ganz besondere Atmosphäre verleiht.
Frohnberg – Tradition und gelebtes BrauchtumWeiter ging es nach Hahnbach zum Frohnberg. Mit Kirche, Klause und Gaststätte bildet der Frohnberg ein idyllisches Ensemble.
Die Wallfahrtskirche ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Mittelpunkt der Region. Besonders beeindruckend sind in der Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau“ die Szenen aus dem Leben Marias, die vor allem im Chorbereich zu sehen sind.
Das weithin bekannte Frohnbergfest macht den Berg jedes Jahr zu einem besonderen Treffpunkt, bei dem Wallfahrt, Brauchtum und geselliges Beisammensein miteinander verbunden sind.
Mausberg – ein kleiner Wallfahrtsort mit großer Geschichte
Nachdem Sulzbach mit dem Annaberg und Amberg mit dem Mariahilfberg bereits bedeutende Wallfahrtsorte hatten, wollte auch Gebenbach einen eigenen Wallfahrtsort schaffen.
Grund war allerdings der Sturz eines Pfarrers vom Pferd, der dabei unverletzt blieb. Zwischendurch wurde es lange Zeit ruhig bis vor ca. 40 Jahren einige Engagierte der Wallfahrt und der Festwoche neues Leben einhauchten.
Heute erinnert die jährlich stattfindende Festwoche an diese besondere Geschichte und hält die Wallfahrtstradition am Mausberg lebendig.
So entstand auf dem Mausberg ein kleiner, aber besonderer Wallfahrtsort mit seiner ganz eigenen Geschichte. Für viele Teilnehmer war der Mausberg eine echte Entdeckung – ein Ort, den man vielleicht schon einmal gesehen hatte, dessen Geschichte aber längst nicht jedem bekannt war.
Gerade solche Geschichten machten die Rundfahrt so interessant: Hinter den bekannten Kirchen und Bergfesten verbirgt sich oft viel mehr, als man auf den ersten Blick vermutet.
Mittagspause in Schalkenthann
Nach so vielen Eindrücken war natürlich eine Pause angesagt. In Schalkenthann machten wir Halt im Café Dorfgespräch und konnten uns in gemütlicher Runde stärken und miteinander ins Gespräch kommen.
Mariahilfberg – hoch über AmbergAm Nachmittag führte unsere Fahrt nach Amberg auf den Mariahilfberg.
Die Wallfahrtskirche Mariahilf thront weithin sichtbar über der Stadt und bietet nicht nur einen besonderen Blick auf Amberg, sondern auch eine beeindruckende Geschichte.
Eine besondere Tradition ist die jährlich stattfindende Soldatenwallfahrt während des Bergfestes, die zu den festen Bestandteilen des Mariahilfbergfestes gehört.
Das traditionsreiche Mariahilfbergfest zieht jedes Jahr zahlreiche Gläubige und Besucher auf den Berg und verbindet Wallfahrt, kirchliche Tradition und gelebtes Brauchtum.
Habsberg – ein beeindruckender Abschluss
Zum Abschluss ging es noch zum Habsberg, der bereits leicht außerhalb unseres Landkreises liegt. Die beeindruckende Rokoko-Wallfahrtskirche „Maria Heil der Kranken“ bildete den passenden Abschluss der Rundfahrt.
Auch die Entstehung der Wallfahrt hat eine besondere Geschichte: Sie geht auf einen schwer kranken Mann zurück, der nach seiner Genesung eine Kapelle errichten ließ.
Bis heute ist der Habsberg ein beliebter Wallfahrtsort und ein Ziel für Gläubige, Ausflügler und Besucher, die die besondere Atmosphäre des Berges erleben möchten.
Heute befindet sich auf dem Habsberg unter anderem auch ein Jugendhaus mit Gaststätte.
Ein würdiger Abschluss einer abwechslungsreichen Tour, bei der wir wieder einmal feststellen konnten: Man muss gar nicht weit fahren, um interessante und sehenswerte Orte zu entdecken
Heimat neu entdeckenDie 5. Landkreisfahrt hat einmal mehr gezeigt, wie viel Geschichte, Kultur und Geschichten direkt vor unserer Haustür zu finden sind.
Ein Tag voller neuer Eindrücke, interessanter Geschichten und gemütlicher Begegnungen – und natürlich mit viel Neugier auf die nächste Tour.
Denn nach der Fahrt ist vor der Fahrt: Die 6. Landkreisfahrt im Oktober ist bereits in Planung.
Neigierich bleiben – und wieder mitkommen!
1 Rezension
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Walter Heldrich
Sonntag 27 Sep 2026
Die 6. Landkreisfahrt im Oktober ist bereits in Planung und nur noch wenige Plätze frei