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Truppenübungsplatz Grafenwöhr - onTour – wir reisen, wandern, radeln..

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Truppenübungsplatz Grafenwöhr
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Feuerhof besichtigt Truppenübungsplatz Grafenwöhr
am 17. Juli 2009

Ein Besuch beim Nachbarn: Im Juli 2009 besichtigte die Gruppe aus Feuerhof den Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Von der bewegenden Geschichte ehemaliger Dörfer wie Hopfenohe bis hin zur modernen US-Garnison erhielten die Teilnehmer einen umfassenden Einblick in das Herzstück der Oberpfälzer Militärgeschichte

Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr liegt nahe der Stadt Grafenwöhr im Landkreis Neustadt an der Waldnaab (Oberpfalz). Mit einer Fläche von 234 km² zählt er zu den größten weltweit und ist der größte Übungsplatz Europas, auf dem mit scharfer Munition geschossen wird. Als bedeutender Wirtschaftsfaktor ist er mit rund 3.600 direkten lokalen Arbeitnehmern einer der größten Arbeitgeber der Region.
 
Das Areal gliedert sich in zwei Hauptlager: das Ostlager in Grafenwöhr sowie das Südlager in Vilseck, das auch als Rose Barracks bekannt ist. Während in Vilseck bereits eine komplette Brigade der US Army stationiert ist, laufen in Grafenwöhr derzeit die Baumaßnahmen für die Ansiedlung einer weiteren Brigade. Der Platz wird vornehmlich für Schießübungen mit allen Waffensystemen der US-Streitkräfte genutzt. Das Gelände ist funktional unterteilt: Das Verwaltungs- und Unterkunftsgelände befindet sich im Norden, das Trainingsgelände in der Mitte und die Vilseck Military Community im Süden.
 
Am Eingangstor des Südlagers Vilseck empfing uns der Pressesprecher der US-Garnison, Franz Zeilmann. Während der anschließenden Fahrt durch das Gelände erhielten wir umfassende Einblicke in die Dimensionen des Platzes.
 
Ein Hauch von Geschichte
Ein Hauch von Geschichte umweht die Besucher bei der Besichtigung des Friedhofs von Haag und der Kirchenruine in Hopfenohe. Die Bewohner mussten ihre Dörfer in den 1930er-Jahren verlassen, als der Übungsplatz unter der NS-Diktatur auf seine heutige Größe erweitert wurde. Bis heute nutzen viele ehemalige Bewohner und deren Nachfahren die Möglichkeit, an Allerheiligen die Gräber ihrer Angehörigen zu besuchen.
 
  • Der Haager Friedhof: Im Jahr 1992 wurde dem fortschreitenden Verfall mit vereinten Kräften Einhalt geboten. In einer gemeinsamen Aktion des Heimatvereins Grafenwöhr, des    Bundeswehr-Verbindungskommandos (DMV) und des Bundesforstamtes Grafenwöhr wurde der altehrwürdige Friedhof „generalsaniert“. Seit der damalige US-Kommandeur 1992 erstmals den Zugang gestattete, ist der Besuch für Gedenkzwecke jährlich möglich.
  • Ehemaliges Dorf Hopfenohe: Weiter ging die Fahrt zu den Ruinen der Kirche von Hopfenohe. Witterung und frühere Treffer setzten der Ruine stark zu, bis 2004 umfassende    Sicherungsmaßnahmen die Überreste vor dem Einsturz bewahrten. In der Nähe des Ortes verläuft die europäische Wasserscheide. Das einstige Hopfenohe galt als eines der ältesten Dörfer der Region.
 
Wahrzeichen und Infrastruktur
Der Grafenwöhrer Wasserturm ist mit seinen 42 Metern Höhe seit fast 100 Jahren das Wahrzeichen des Truppenübungsplatzes und der Stadt. Er dient auch heute noch der Wasserversorgung des Geländes. Ein weiteres Highlight der Infrastruktur ist die Netzaberg Housing Area am nördlichen Rand. Es handelt sich um eines der größten Wohnungsbauprojekte Deutschlands: Innerhalb von nur zwei Jahren wurden hier 832 Doppelhaus- und Reihenhälften für die US-Soldaten und ihre Familien errichtet.
 
Natur und Forstwirtschaft
Franz Zeilmann führte die Gruppe auch durch die Camps Aachen, Algier und Normandy, in denen NATO-Truppen während Manövern untergebracht werden. Überraschend für viele: Der Übungsplatz beherbergt einen der bedeutendsten Rotwildbestände Bayerns. Jährlich werden dort circa 1.500 Stück Rotwild erlegt. Auch forstwirtschaftlich ist das Areal bedeutend: Mit einem jährlichen Holzeinschlag von 100.000 Festmetern nimmt das Bundesforstamt Grafenwöhr eine wichtige wirtschaftliche Rolle ein.
 
Ausblick vom Schwarzenberg
Beeindruckend war zum Abschluss der Blick vom Schwarzenberg (536 m) mit dem 21 Meter hohen Beobachtungsturm „Bleidorn“. Von dort aus bot sich den Gästen ein vorzüglicher Rundumblick in die Impact Area, das Einschussgebiet im Zentrum des Platzes. Eine kleine Legende am Rande: In einen der Ziegelsteine des alten Turms soll kein Geringerer als Elvis Presley während seines Manöveraufenthalts in den Jahren 1958/59 seinen Namen geritzt haben.
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